Zirkelschlag

Ratgeber / Präsentationen & mündliche Prüfungen

Lampenfieber: was vor und während der Präsentation hilft

Entwurf · noch nicht geprüftStand 23.10.2026

Lampenfieber ist normal und geht meist nach den ersten Sätzen zurück. Am meisten hilft, was du vorher tust: den Anfang sicher können, laut und am besten im echten Raum proben, Technik früh testen. Kurz vorher: langsam ausatmen, Füße auf den Boden, ersten Satz im Kopf. Und wenn der Faden reißt: Karte, Stichwort, weiter.

Vorher

  1. Den Anfang sicher machen

    Die ersten ein, zwei Sätze lernst du wörtlich. Sie tragen dich durch die nervösesten Sekunden. Der Rest bleibt frei – wie das geht: Frei sprechen statt ablesen.

  2. Generalprobe unter echten Bedingungen

    Laut, im Stehen, mit Uhr und Folien. Wenn es geht, im Prüfungsraum oder einem ähnlichen Raum, mit ein, zwei Zuhörern.

  3. Mögliche Fragen sammeln

    Schreib die fünf unangenehmsten Fragen auf, die man dir stellen könnte, und beantworte sie laut. Was du schon einmal gesagt hast, sagst du leichter wieder.

  4. Am Abend vorher nichts Neues

    Sachen packen: Karten, Stick, Ladekabel, Wasser. Dann Schluss. Neuer Stoff am letzten Abend macht unsicher, nicht sicherer.

  5. Früh da sein

    Technik testen, Datei öffnen, Fernbedienung ausprobieren. Was du geprüft hast, kann dich nicht mehr überraschen.

Während

  • Langsam ausatmen. Vor dem ersten Satz einmal ruhig und lange ausatmen, dann anfangen.
  • Feste Haltung. Beide Füße auf dem Boden, Karten auf den Tisch, wenn die Hände zittern.
  • Freundliche Gesichter suchen. Sprich zuerst zu jemandem, der nickt.
  • Pausen erlauben. Zwei Sekunden Stille wirken auf das Publikum ruhig, nicht unsicher.
  • Langsamer sprechen, als es sich richtig anfühlt. Nervosität macht schnell.

Der typische Fehler

Das Lampenfieber loswerden wollen. Wer gegen das Herzklopfen ankämpft, achtet nur noch darauf. Nimm es hin: Es ist da, es darf da sein, und du sprichst trotzdem. Meist wird es ruhiger, sobald du im Thema bist.

Beispiel: der Blackout mitten im Vortrag

  1. Anhalten

    Nicht weiterreden ins Leere. Einmal ausatmen.

  2. Auf Karte oder Folie schauen

    Das letzte Stichwort suchen. Die Folie zeigt dir meist, wo du bist.

  3. Den letzten Gedanken wiederholen

    „Wir haben also gesehen, dass …“ – das bringt dich zurück in die Spur.

  4. Notfalls ehrlich sein

    „Ich setze an dieser Stelle noch einmal an.“ Das ist kein Drama, sondern souverän.

In Hessen können bei mündlichen Prüfungen und Kolloquien Gäste eingeladen werden. Wenn dich das zusätzlich nervös macht: Du kannst Einspruch erheben; Lehrkräfte der Schule und die Schulaufsicht dürfen trotzdem dabei sein (§ 34 Abs. 4 OAVO). Mehr zum Ablauf: Präsentationsprüfung in Hessen und NRW.

Wenn es mehr ist als Lampenfieber

Wenn dich die Angst schon Wochen vorher nicht schlafen lässt oder du Prüfungen deshalb meidest, sprich mit jemandem: einer Beratungs- oder Vertrauenslehrkraft, der schulpsychologischen Beratung oder deiner Hausarztpraxis. Das ist kein Versagen, sondern vernünftig.

Wenn Mathe der Grund fürs Herzklopfen ist: Zirkelschlag zeigt dir unter „Hier hakt es“, wo du Hilfe gebraucht hast – damit du weißt, was du noch üben solltest.

Kurz gefragt

Merkt das Publikum, wie nervös ich bin?

Meist viel weniger, als du denkst. Zitternde Hände sieht kaum jemand, wenn du die Karten auf den Tisch legst.

Darf ich in der Prüfung sagen, dass ich nervös bin?

Ja. Ein kurzer Satz wie „Ich bin etwas aufgeregt, ich fange noch einmal an“ ist kein Fehler. Danach einfach weitermachen.

Quellen

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