Zirkelschlag

Ratgeber / Mathe Oberstufe

Binomialverteilung: Formel, Taschenrechner, typische Aufgaben

Entwurf · noch nicht geprüftStand 23.10.2026

Eine binomialverteilte Zufallsgröße X zählt die Treffer bei n gleichen, unabhängigen Versuchen mit Trefferwahrscheinlichkeit p. Für genau k Treffer gilt die Formel von Bernoulli. Für „höchstens“, „mindestens“ und „zwischen“ übersetzt du die Frage in die kumulierte Wahrscheinlichkeit P(X ≤ k) und holst den Wert aus dem Taschenrechner.

P(X = k) = (n über k) · pk · (1 − p)n − k

In 5 Schritten

  1. Prüfen und benennen

    Zwei Ausgänge pro Versuch, n Wiederholungen, p bleibt gleich. Schreib hin, was X zählt: „X: Anzahl der Gewinne“.

  2. n und p notieren

    Zum Beispiel X ~ B(10; 0,2).

  3. Die Frage übersetzen

    Genau k: P(X = k). Höchstens k: P(X ≤ k). Mindestens k: 1 − P(X ≤ k − 1). Von a bis b: P(X ≤ b) − P(X ≤ a − 1).

  4. Rechnen

    Einzelwerte mit der Formel oder dem Rechner, kumulierte Werte mit der kumulierten Funktion des Rechners. Aufschreiben in mathematischer Schreibweise, nicht als Tastenfolge.

  5. Antworten

    Ergebnis runden (meist auf vier Nachkommastellen oder auf 0,1 %) und einen Antwortsatz schreiben.

Der typische Fehler

„Mindestens 3“ als 1 − P(X ≤ 3) rechnen. Dann fehlt die 3 selbst. Richtig ist 1 − P(X ≤ 2): Das Gegenereignis von „mindestens 3“ ist „höchstens 2“. Im Beispiel unten wäre der falsche Wert 0,1209 statt 0,3222.

Beispiel

Ein Glücksrad zeigt mit p = 0,2 „Gewinn“. Es wird 10-mal gedreht, X zählt die Gewinne: X ~ B(10; 0,2).

  1. Genau 2 Gewinne

    P(X = 2) = (10 über 2) · 0,2² · 0,8⁸ = 45 · 0,04 · 0,8⁸ ≈ 0,3020.

  2. Höchstens 2

    P(X ≤ 2) ≈ 0,6778, kumuliert aus dem Rechner.

  3. Mindestens 3

    P(X ≥ 3) = 1 − P(X ≤ 2) ≈ 1 − 0,6778 = 0,3222.

  4. 1 bis 3 Gewinne

    P(1 ≤ X ≤ 3) = P(X ≤ 3) − P(X ≤ 0) ≈ 0,8791 − 0,1074 ≈ 0,772.

Hessen und NRW

In beiden Ländern muss der zugelassene Rechner einzelne und kumulierte Werte der Binomialverteilung liefern. Hessen gibt in den Hinweisen zum Landesabitur die Schreibweise vor, etwa P(X ≤ k) oder F(n; p; k); der Operator „berechnen“ wird für solche Wahrscheinlichkeiten nicht verwendet, weil sie nicht von Hand gerechnet werden sollen. Ob es in der Prüfung noch Tabellen gibt, frag deine Schule.

In Zirkelschlag übst du die Übersetzung von „höchstens“, „mindestens“ und „zwischen“ Schritt für Schritt, mit Prüfung jeder Zeile.

Kurz gefragt

Wann ist ein Zufallsversuch nicht binomialverteilt?

Wenn sich p ändert, zum Beispiel beim Ziehen ohne Zurücklegen aus einer kleinen Urne, oder wenn die Versuche einander beeinflussen.

Was bedeuten μ und σ?

μ = n · p ist die Trefferzahl, die du im Mittel erwartest, σ = √(n · p · (1 − p)) sagt, wie weit X typischerweise davon abweicht. Im Beispiel: μ = 2, σ ≈ 1,26.

Kann ich Binomialaufgaben auch ohne Rechner lösen?

Ja, wenn die Zahlen klein sind. Eine faire Münze viermal: P(genau zweimal Kopf) = 6 · (1/2)⁴ = 3/8.

Quellen

Arbeitsblätter dazu

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