Ein guter Lernplan entsteht gemeinsam: Sie zählen mit Ihrem Kind vom Termin der Klassenarbeit rückwärts, legen kurze, feste Lernzeiten fest – und Ihr Kind entscheidet, was es wann übt. Ihre Rolle ist, nachzufragen, nicht zu kontrollieren. Einmal pro Woche schauen Sie zehn Minuten gemeinsam drauf und passen den Plan an.
In 6 Schritten
Den Termin eintragen
Datum der Klassenarbeit oder Prüfung in einen Kalender, den beide sehen. Dann die Wochen und Tage bis dahin zählen. Termine von Klassenarbeiten stehen meist früh fest; Ihr Kind kennt sie aus dem Unterricht.
Die Themen sammeln
Ihr Kind schreibt auf, was drankommt, und markiert: sitzt, wackelt, fehlt. Sie müssen die Themen nicht verstehen. Die Frage „Woran merkst du, dass du es kannst?“ reicht.
Feste, kurze Zeiten
Zwei bis drei Blöcke pro Woche, je 20 bis 40 Minuten, immer zur gleichen Zeit. Ihr Kind wählt die Uhrzeit. Kurze Blöcke werden eher eingehalten als ein langer Sonntag.
Rückwärts verteilen
Die letzten ein, zwei Tage vor der Arbeit bleiben frei für Wiederholung. Davor kommt pro Block ein Thema, das noch wackelt oder fehlt – zuerst das, was fehlt.
Ihr Kind plant, Sie fragen
Ihr Kind schreibt den Plan selbst. Sie fragen: „Was nimmst du dir für Dienstag vor?“, „Wie viel Zeit brauchst du dafür?“, „Was machst du, wenn du nicht weiterkommst?“ Sie sorgen für den Rahmen: einen ruhigen Platz und die Zeit.
Zehn Minuten pro Woche
Ein fester Termin, etwa sonntags: Was hat geklappt? Was nicht? Was ändern wir? Danach ist das Thema für die Woche erledigt – kein tägliches Nachfragen.
Der typische Fehler
Den Plan für das Kind schreiben und dann jeden Abend abhaken. Das fühlt sich ordentlich an, macht aber Ihr Kind zum Ausführenden eines fremden Plans – und Sie zur Kontrolle. Der Streit dreht sich dann um den Plan statt um den Stoff. Wenn Ihr Kind den Plan selbst schreibt, darf er auch unvollkommen sein. Im Wochenrückblick wird er besser.
Beispiel: Mathearbeit in drei Wochen
| Woche | Was | Wer |
|---|---|---|
| Woche 1 | Termin eintragen, Themen sammeln und markieren; zwei Blöcke à 30 Minuten zum Thema, das fehlt | Ihr Kind plant, Sie fragen nach |
| Woche 2 | Drei Blöcke: die wackelnden Themen, je mit Übungsaufgaben; Fehler ins Fehler-Heft | Ihr Kind |
| Woche 3 | Gemischte Aufgaben, zwei Tage vorher eine Probeklausur, am letzten Tag nur noch das Fehler-Heft | Ihr Kind; Sie nur beim Rückblick |
| Jeden Sonntag | Zehn Minuten: Was hat geklappt, was ändern wir? | beide |
Wenn es nur noch eine Woche ist: Klassenarbeit in 7 Tagen. Fürs Abitur gilt dasselbe Prinzip über mehrere Monate: Lernplan fürs Abi. Und wenn das Üben am Küchentisch anstrengend wird: Beim Mathe lernen helfen, ohne zu streiten.
Für das Mathe-Abi zählt der Lernplan in Zirkelschlag vom Abiturtermin zurück und verteilt die Themen, die noch nicht sicher sind, auf die Wochen bis dahin.