Zirkelschlag

Ratgeber / Für Eltern

Lernplan mit Ihrem Kind erstellen: so geht’s

Entwurf · noch nicht geprüftStand 24.10.2026Für Eltern

Ein guter Lernplan entsteht gemeinsam: Sie zählen mit Ihrem Kind vom Termin der Klassenarbeit rückwärts, legen kurze, feste Lernzeiten fest – und Ihr Kind entscheidet, was es wann übt. Ihre Rolle ist, nachzufragen, nicht zu kontrollieren. Einmal pro Woche schauen Sie zehn Minuten gemeinsam drauf und passen den Plan an.

In 6 Schritten

  1. Den Termin eintragen

    Datum der Klassenarbeit oder Prüfung in einen Kalender, den beide sehen. Dann die Wochen und Tage bis dahin zählen. Termine von Klassenarbeiten stehen meist früh fest; Ihr Kind kennt sie aus dem Unterricht.

  2. Die Themen sammeln

    Ihr Kind schreibt auf, was drankommt, und markiert: sitzt, wackelt, fehlt. Sie müssen die Themen nicht verstehen. Die Frage „Woran merkst du, dass du es kannst?“ reicht.

  3. Feste, kurze Zeiten

    Zwei bis drei Blöcke pro Woche, je 20 bis 40 Minuten, immer zur gleichen Zeit. Ihr Kind wählt die Uhrzeit. Kurze Blöcke werden eher eingehalten als ein langer Sonntag.

  4. Rückwärts verteilen

    Die letzten ein, zwei Tage vor der Arbeit bleiben frei für Wiederholung. Davor kommt pro Block ein Thema, das noch wackelt oder fehlt – zuerst das, was fehlt.

  5. Ihr Kind plant, Sie fragen

    Ihr Kind schreibt den Plan selbst. Sie fragen: „Was nimmst du dir für Dienstag vor?“, „Wie viel Zeit brauchst du dafür?“, „Was machst du, wenn du nicht weiterkommst?“ Sie sorgen für den Rahmen: einen ruhigen Platz und die Zeit.

  6. Zehn Minuten pro Woche

    Ein fester Termin, etwa sonntags: Was hat geklappt? Was nicht? Was ändern wir? Danach ist das Thema für die Woche erledigt – kein tägliches Nachfragen.

Der typische Fehler

Den Plan für das Kind schreiben und dann jeden Abend abhaken. Das fühlt sich ordentlich an, macht aber Ihr Kind zum Ausführenden eines fremden Plans – und Sie zur Kontrolle. Der Streit dreht sich dann um den Plan statt um den Stoff. Wenn Ihr Kind den Plan selbst schreibt, darf er auch unvollkommen sein. Im Wochenrückblick wird er besser.

Beispiel: Mathearbeit in drei Wochen

WocheWasWer
Woche 1Termin eintragen, Themen sammeln und markieren; zwei Blöcke à 30 Minuten zum Thema, das fehltIhr Kind plant, Sie fragen nach
Woche 2Drei Blöcke: die wackelnden Themen, je mit Übungsaufgaben; Fehler ins Fehler-HeftIhr Kind
Woche 3Gemischte Aufgaben, zwei Tage vorher eine Probeklausur, am letzten Tag nur noch das Fehler-HeftIhr Kind; Sie nur beim Rückblick
Jeden SonntagZehn Minuten: Was hat geklappt, was ändern wir?beide

Wenn es nur noch eine Woche ist: Klassenarbeit in 7 Tagen. Fürs Abitur gilt dasselbe Prinzip über mehrere Monate: Lernplan fürs Abi. Und wenn das Üben am Küchentisch anstrengend wird: Beim Mathe lernen helfen, ohne zu streiten.

Für das Mathe-Abi zählt der Lernplan in Zirkelschlag vom Abiturtermin zurück und verteilt die Themen, die noch nicht sicher sind, auf die Wochen bis dahin.

Kurz gefragt

Mein Kind will keinen Plan. Was jetzt?

Klein anfangen: nur die Woche vor der nächsten Arbeit, nur zwei feste Zeiten. Ein Plan, den Ihr Kind selbst geschrieben hat, wird eher eingehalten als einer, der am Kühlschrank hängt.

Was, wenn der Plan nicht eingehalten wird?

Im Wochenrückblick fragen, woran es lag, und den Plan anpassen – kürzer, andere Uhrzeit, weniger Themen. Ein Plan ist ein Entwurf, kein Vertrag.

Wie lange vorher sollte man anfangen?

Das hängt davon ab, wie viele Themen noch wackeln. Für eine Klassenarbeit reichen oft ein bis zwei Wochen, fürs Abi eher Monate – rechnen Sie vom Termin rückwärts.

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