Arbeitsblätter / Themen A–Z / Deutsch
Lyrik: Metrum, Reim, Strophe
Deutsch · Klasse 9–13 · 4 Blätter · 51 Aufgaben
LehrplanHessen: Text-/Medienformen · Ende Jg. 9/10Hessen: E2.3 Liebeslyrik aus verschiedenen Zeiten
Metrum, Reim und Kadenz lassen sich nachzählen. Man muss den Vers nur laut lesen und die betonten Silben markieren.
Worum es geht
Ein Vers besteht aus betonten (Hebung, X) und unbetonten Silben (Senkung, x). Wiederholt sich ein Muster, spricht man vom Metrum. Der Reim verbindet Versenden mit gleichem Klang ab dem letzten betonten Vokal. Die Kadenz beschreibt, wie ein Vers endet.
Die Regeln
| Begriff | Merkmal | Muster |
|---|---|---|
| Jambus | unbetont, betont | x X |
| Trochäus | betont, unbetont | X x |
| Daktylus | betont, unbetont, unbetont | X x x |
| Anapäst | unbetont, unbetont, betont | x x X |
| Paarreim · Kreuzreim | benachbarte oder abwechselnde Verse reimen | aabb · abab |
| umarmender Reim · Schweifreim | ein Paarreim wird umschlossen · nach zwei Paarreimen reimen sich die Folgeverse | abba · aabccb |
| männliche (stumpfe) Kadenz | Vers endet betont | … X |
| weibliche (klingende) Kadenz | Vers endet unbetont | … X x |
| Enjambement | Satz läuft über das Versende hinaus | kein Satzzeichen am Versende |
| Sonett | zwei Quartette, zwei Terzette | 4 + 4 + 3 + 3 Verse |
| Blankvers | fünfhebiger Jambus ohne Reim | x X x X x X x X x X |
Beispiel, Schritt für Schritt
Aufgabe: „Die Lampe brennt im stillen Haus“
| Schritt | Überlegung | Warum |
|---|---|---|
| 1 · Silben zählen | Die · Lam · pe · brennt · im · stil · len · Haus | acht Silben, jede bekommt ein Zeichen |
| 2 · feste Betonungen | LAMpe, STILlen | mehrsilbige Wörter haben eine feste Betonung |
| 3 · Muster ergänzen | x X x X x X x X | die einsilbigen Wörter füllen das Muster auf |
| 4 · Versfuß | Senkung, Hebung → Jambus | das kleinste sich wiederholende Stück |
| 5 · Hebungen zählen | vier → vierhebiger Jambus | nur die X zählen |
| 6 · Kadenz | „Haus“ ist betont → männlich | die letzte Silbe entscheidet |
Der typische Fehler
Das Metrum nach Gefühl lesen und eine Silbe betonen, die im Wort nie betont ist, damit das Muster „aufgeht“: lamPE. Weil Gedichte regelmäßig wirken sollen, zwingt man den Vers in ein Schema. Die Wortbetonung hat aber Vorrang. Passt sie nicht zum Schema, ist das ein Befund, kein Lesefehler.
So prüfst du
Klopfprobe. Lies den Vers laut und klopfe auf jede Hebung. Klingt ein Wort dabei falsch betont, stimmt das Schema nicht. Beim Reimschema vergibst du für jeden neuen Klang einen neuen Buchstaben und vergleichst ab dem letzten betonten Vokal: Haus – hinaus reimt, Haus – Hose nicht.