Arbeitsblätter / Themen A–Z / Deutsch
Erörterung
Deutsch · Klasse 9–13 · 2 Blätter · 9 Aufgaben
LehrplanHessen: Schreiben – Schreibformen · Ende Jg. 9/10Hessen: E1.3 Positionen und Argumente
Eine Erörterung wird nicht nach der Meinung bewertet, sondern danach, wie sie begründet wird. Der Musterabsatz zeigt, wo die Punkte liegen.
Worum es geht
In der linearen (steigernden) Erörterung ordnest du Argumente für eine Seite vom schwächsten zum stärksten. In der dialektischen Erörterung stellst du Pro und Kontra in Blöcken gegenüber und setzt das stärkste Argument deiner Position zuletzt. In beiden Fällen besteht jedes Argument aus drei Teilen: Behauptung, Begründung, Beispiel.
Die Regeln
| Teil | Was hineingehört | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Einleitung | Hinführung, Problemfrage | die Frage wörtlich oder sinngemäß nennen |
| Argument | Behauptung – Begründung – Beispiel | alle drei unterscheidbar |
| Hauptteil linear | mindestens vier Argumente einer Seite | vom schwächsten zum stärksten |
| Hauptteil dialektisch | Pro-Block und Kontra-Block | Gegenseite in ihrer stärksten Form |
| Überleitungen | zudem, allerdings, folglich, demgegenüber | Argumente verknüpfen, nicht aufzählen |
| Schluss | begründete eigene Position | keine neuen Argumente |
Beispiel, Schritt für Schritt
Thema: Sollten Hausaufgaben abgeschafft werden?
(1) Ein gewichtiges Argument für die Abschaffung ist, dass Hausaufgaben ungleiche Chancen verstärken. (2) Wer zu Hause keine Hilfe bekommt, bleibt mit seinen Fehlern allein, während andere Kinder beim Lernen unterstützt werden. (3) So kann eine Schülerin, deren Eltern abends arbeiten, bei einem Aufsatz niemanden fragen, während ihr Sitznachbar seinen Text mit der Mutter überarbeitet. (4) Folglich messen Hausaufgaben oft weniger den Fleiß eines Kindes als die Möglichkeiten seiner Familie. (5) Allerdings verliert dieses Argument an Gewicht, wenn Hausaufgaben in der Schule betreut werden.
(1) Ein gewichtiges Argument für die Abschaffung ist, dass Hausaufgaben ungleiche Chancen verstärken. (2) Wer zu Hause keine Hilfe bekommt, bleibt mit seinen Fehlern allein, während andere Kinder beim Lernen unterstützt werden. (3) So kann eine Schülerin, deren Eltern abends arbeiten, bei einem Aufsatz niemanden fragen, während ihr Sitznachbar seinen Text mit der Mutter überarbeitet. (4) Folglich messen Hausaufgaben oft weniger den Fleiß eines Kindes als die Möglichkeiten seiner Familie. (5) Allerdings verliert dieses Argument an Gewicht, wenn Hausaufgaben in der Schule betreut werden.
| Satz | Baustein | Warum es Punkte bringt |
|---|---|---|
| 1 | Behauptung | nennt die These klar und ordnet sie der Problemfrage zu |
| 2 | Begründung | erklärt, warum die Behauptung stimmt, statt sie zu wiederholen |
| 3 | Beispiel | ein konkreter Fall, keine allgemeine Aussage wie „viele finden das“ |
| 4 | Folgerung | führt zur Behauptung zurück und zeigt die Tragweite |
| 5 | Überleitung | kündigt die Gegenseite an und macht aus Absätzen eine Argumentation |
Der typische Fehler
Behauptungen aneinanderreihen: „Hausaufgaben kosten Zeit. Außerdem sind sie langweilig. Außerdem lernt man nichts.“ Das wirkt ausführlich, weil viele Gründe dastehen. Es sind aber nur Behauptungen, keine Argumente. Ein einziges vollständig ausgeführtes Argument ist mehr wert als fünf unbegründete.
So prüfst du
Randprobe. Schreibe beim Überarbeiten neben jeden Satz B (Behauptung), G (Begründung) oder Bsp (Beispiel). Fehlt in einem Absatz ein Buchstabe, fehlt dem Argument ein Teil. Prüfe dann den Schluss: Steht dort ein Gedanke, der im Hauptteil nicht vorkam, gehört er in den Hauptteil.