Zirkelschlag

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Puffersysteme

Chemie · Klasse 12 · 6 Blätter · 75 Aufgaben
LehrplanHessen: Q3.2 Protolysegleichgewichte · LKHessen: Q3.4 Puffersysteme – Säure-Base-Puffer (fakultativ)

Ein Puffer hält den pH-Wert fast konstant, wenn Säure oder Lauge dazukommt. Mit einer einzigen Gleichung berechnet man seinen pH-Wert vorher und nachher.

Worum es geht

Ein Puffer enthält eine schwache Säure HA und ihre korrespondierende Base A⁻ in vergleichbaren Mengen, etwa Essigsäure und Acetat. Kommen H₃O⁺-Ionen hinzu, fängt die Base sie ab: A⁻ + H₃O⁺ → HA + H₂O. Kommen OH⁻-Ionen hinzu, reagiert die Säure: HA + OH⁻ → A⁻ + H₂O. Der pH-Wert hängt nur vom Verhältnis von Base zu Säure ab, und dieses Verhältnis ändert sich bei kleinen Zusätzen kaum.

Die Regeln

RegelFormelBeispiel Essigsäure/Acetat (pK<sub>S</sub> = 4,75)
Henderson-HasselbalchpH = pKS + lg(c(A⁻) / c(HA))Base im Zähler, Säure im Nenner
gleiche Mengenc(A⁻) = c(HA) → pH = pKSpH = 4,75
Verhältnis 10 : 1pH = pKS + 1pH = 5,75
Säure zugebenn(HA) + x, n(A⁻) − xdie Base fängt die Protonen ab
Lauge zugebenn(HA) − x, n(A⁻) + xdie Säure gibt Protonen an OH⁻ ab

Beispiel, Schritt für Schritt

Aufgabe: Ein Essigsäure/Acetat-Puffer enthält 50 mmol CH₃COOH und 50 mmol CH₃COO⁻. Es werden 10 mmol HCl zugegeben. Neuer pH-Wert? (pKS = 4,75; 2 NKS)
SchrittRechnungWarum
1 · pH vorherpH = 4,75 + lg(50/50) = 4,75gleiche Mengen, lg 1 = 0
2 · ReaktionCH₃COO⁻ + H₃O⁺ → CH₃COOH + H₂Odie zugesetzten Protonen werden vollständig von der Base aufgenommen
3 · Neue Mengenn(CH₃COOH) = 60 mmol · n(CH₃COO⁻) = 40 mmolaus jedem abgefangenen Proton wird ein Säuremolekül
4 · pH nachherpH = 4,75 + lg(40/60) = 4,75 − 0,18 = 4,57im gleichen Volumen darf man Stoffmengen statt Konzentrationen einsetzen

Der typische Fehler

Säure und Base im Bruch vertauschen. Mit lg(60/40) erhält man 4,93 — der pH-Wert wäre nach Zugabe von Salzsäure gestiegen. Die Base gehört in den Zähler: Mehr Base bedeutet einen höheren pH-Wert. Wer sich unsicher ist, prüft an diesem Fall, ob die Richtung stimmt.

So prüfst du dein Ergebnis

Richtung und Betrag. Säure zugeben muss den pH senken, Lauge ihn heben — aber nur wenig, solange noch viel Säure und Base da sind. Ein funktionierender Puffer liegt etwa zwischen pKS − 1 und pKS + 1. Liegt dein Ergebnis weit außerhalb, ist der Puffer erschöpft oder der Bruch vertauscht.