Zirkelschlag

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Galvanische Zelle & Spannungsreihe

Chemie · Klasse 11–12 · 6 Blätter · 75 Aufgaben
LehrplanHessen: Schatzkiste der Natur · bis Ende Jg. 9/10Hessen: E.1 RedoxreaktionenHessen: Q3.3 Redoxgleichgewichte

In einer galvanischen Zelle wird eine Redoxreaktion räumlich getrennt, und die Elektronen fließen durch einen Draht. Die Spannungsreihe sagt, wohin sie fließen und wie groß die Spannung ist.

Worum es geht

Eine galvanische Zelle besteht aus zwei Halbzellen, etwa einem Zinkblech in Zinksulfatlösung und einem Kupferblech in Kupfersulfatlösung, verbunden durch einen Draht und eine Salzbrücke. Jede Halbzelle hat ein Standardpotenzial E°. Das Metall mit dem kleineren E° ist unedler: Es gibt Elektronen ab und geht als Ion in Lösung. An der anderen Elektrode nehmen Ionen diese Elektronen auf. Die Differenz der Potenziale ist die Zellspannung.

Die Regeln

BegriffRegelBeispiel Zn/Cu
Standardpotenziale (V)Mg −2,37 · Al −1,66 · Zn −0,76 · Fe −0,44 · Ni −0,26 · Pb −0,13 · H₂ 0,00 · Cu +0,34 · Ag +0,80—
Anode = Minuspolkleineres E°, hier findet die Oxidation stattZn → Zn²⁺ + 2 e⁻
Kathode = Pluspolgrößeres E°, hier findet die Reduktion stattCu²⁺ + 2 e⁻ → Cu
ZellspannungΔE° = E°(Kathode) − E°(Anode)0,34 − (−0,76) = 1,10 V
Nernst-Gleichung (25 °C)E = E° + (0,059 V / z) · lg c(Ion)Cu bei c = 0,01 mol/L: 0,281 V
freie EnthalpieΔG° = −z · F · ΔE°, F = 96 485 C/molz = 2: −212,3 kJ/mol

Beispiel, Schritt für Schritt

Aufgabe: Zelle aus Zn/Zn²⁺ (E° = −0,76 V) und Cu/Cu²⁺ (E° = +0,34 V). Pole, Zellspannung und ΔG°?
SchrittRechnungWarum
1 · PoleZn: −0,76 V < Cu: +0,34 V → Zink ist Minuspoldas unedlere Metall gibt Elektronen ab
2 · TeilreaktionenAnode: Zn → Zn²⁺ + 2 e⁻ · Kathode: Cu²⁺ + 2 e⁻ → CuElektronen fließen im Draht von Zink zu Kupfer
3 · SpannungΔE° = 0,34 − (−0,76) = 1,10 VKathode minus Anode ergibt immer einen positiven Wert
4 · ΔG°ΔG° = −2 · 96 485 · 1,10 J/mol = −212,3 kJ/molz = 2 übertragene Elektronen; negativ, weil die Reaktion freiwillig abläuft

Der typische Fehler

Das Standardpotenzial mit dem Koeffizienten malnehmen. In der Zelle Cu/Ag lautet die Gleichung Cu + 2 Ag⁺ → Cu²⁺ + 2 Ag, und man rechnet 2 · 0,80 − 0,34 = 1,26 V. Das Potenzial ist aber eine Eigenschaft der Halbzelle, keine Menge — es bleibt gleich, egal wie viele Ionen reagieren. Richtig: 0,80 − 0,34 = 0,46 V. Die 2 taucht erst bei ΔG° als z auf.

So prüfst du dein Ergebnis

Vorzeichen und Richtung. Die Zellspannung einer galvanischen Zelle ist positiv, ΔG° negativ. Der Minuspol muss das Metall sein, das in der Spannungsreihe weiter oben (weiter im Negativen) steht, und diese Elektrode verliert Masse. Bei Nernst: Eine verdünnte Lösung senkt das Potenzial eines Metalls, eine konzentrierte hebt es.