Zirkelschlag

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Hardy-Weinberg-Gleichgewicht

Biologie · Klasse 12–13 · 6 Blätter · 75 Aufgaben

Allel- und Genotypfrequenzen in einer Population berechnen — aus Phänotypzahlen, aus Genotypzahlen und bei X-chromosomalen Merkmalen.

Worum es geht

In einer idealen Population (groß, Zufallspaarung, keine Mutation, Selektion oder Migration) bleiben die Allelfrequenzen konstant. Für zwei Allele gilt dann p + q = 1 und für die Genotypen p² + 2pq + q² = 1. Bei Dominanz erkennt man am Phänotyp nur die Homozygot-Rezessiven sicher; deshalb beginnt die Rechnung fast immer bei q².

Die Formeln

GegebenRechnungVoraussetzung
Anteil aa (rezessiver Phänotyp)q = √(aa-Anteil), p = 1 − qGleichgewicht
Genotypzahlen AA, Aa, aap = (2·AA + Aa) / (2·N)keine: Allele werden direkt gezählt
qHeterozygote 2pq, dominanter Phänotyp 1 − q²Gleichgewicht
X-rezessiv, Anteil betroffener Männerq = Anteil der Männer; Frauen betroffen q², Konduktorinnen 2pqGleichgewicht
χ²-Test auf GleichgewichtE aus p und q der Stichprobe; df = 3 − 1 − 1 = 1kritischer Wert 3,841 (α = 0,05)

Beispiel, Schritt für Schritt

Aufgabe: Von 1000 Individuen zeigen 90 den rezessiven Phänotyp. Wie viele sind heterozygot?
SchrittRechnungWarum
1 · q² bestimmenq² = 90/1000 = 0,09nur aa ist am Phänotyp eindeutig erkennbar
2 · q ziehenq = √0,09 = 0,3q² ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei a-Keimzellen zusammentreffen
3 · p ergänzenp = 1 − 0,3 = 0,7es gibt nur zwei Allele
4 · 2pq2 · 0,7 · 0,3 = 0,42Aa entsteht auf zwei Wegen: A von der Mutter oder vom Vater
5 · Anzahl0,42 · 1000 = 420Frequenz mal Populationsgröße

Der typische Fehler

q² als q verwenden. Wer 0,09 direkt als Frequenz des Allels a nimmt, rechnet mit p = 0,91 und erhält 2pq = 0,16 — viel zu wenige Heterozygote. Es liegt nahe, weil der rezessive Anteil »das rezessive Allel« zu sein scheint. Er ist aber die Frequenz des Genotyps aa, also das Quadrat.

So prüfst du dein Ergebnis

Aufsummieren. p + q muss 1 ergeben und p² + 2pq + q² ebenfalls: 0,49 + 0,42 + 0,09 = 1. Die Genotypzahlen 490 + 420 + 90 müssen N ergeben. Beim χ²-Test: df = 1, nicht 2, weil p aus denselben Daten geschätzt wurde.