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Enzyme
Biologie · Klasse 8–10 · 6 Blätter · 75 Aufgaben
LehrplanHessen: E.2 Struktur und Funktion von Proteinen und Enzymen
Alles, was man braucht, um zu erklären, wie Enzyme arbeiten und wovon ihre Geschwindigkeit abhängt.
Worum es geht
Enzyme sind Biokatalysatoren: Sie beschleunigen Reaktionen im Körper, die bei 37 °C sonst viel zu langsam ablaufen würden. Dazu senken sie die Aktivierungsenergie. Die meisten Enzyme sind Proteine, und ihre Namen enden oft auf -ase. Ein Enzym wird bei der Reaktion nicht verbraucht und kann viele Substratmoleküle nacheinander umsetzen. Es arbeitet nur in einem bestimmten Bereich von Temperatur und pH-Wert gut, weil beide seine räumliche Form beeinflussen.
Begriffe und Regeln
| Begriff | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Substrat | der Stoff, den ein Enzym umsetzt | Amylase – Stärke, Lipase – Fett, Pepsin – Eiweiß, Katalase – Wasserstoffperoxid |
| aktives Zentrum | Stelle des Enzyms, an die das Substrat bindet | Enzym und Substrat bilden kurz den Enzym-Substrat-Komplex |
| Schlüssel-Schloss-Prinzip | nur ein passendes Substrat passt ins aktive Zentrum (Substratspezifität) | Lactase spaltet Milchzucker, aber keine Stärke |
| Temperatur | bis zum Optimum schneller (RGT-Regel: pro 10 °C etwa 2- bis 3-fach), darüber Denaturierung | Optimum der meisten menschlichen Enzyme: etwa 37 °C |
| pH-Wert | jedes Enzym hat ein pH-Optimum | Pepsin im Magen: etwa pH 2; Speichel-Amylase: etwa pH 7 |
| Denaturierung | die räumliche Form wird zerstört, meist dauerhaft | gekochte Kartoffel: Katalase schäumt nicht mehr |
Beispiel, Schritt für Schritt
Aufgabe: Nimm an, die Reaktionsgeschwindigkeit eines Enzyms steigt unterhalb des Optimums pro 10 °C um den Faktor 2 (RGT-Regel). Bei 15 °C entstehen 6 mL Produkt pro Minute. Wie viel sind es bei 35 °C?
| Schritt | Rechnung | Warum |
|---|---|---|
| 1 · Gültigkeit prüfen | 35 °C liegt unter dem Optimum von etwa 37 °C | oberhalb des Optimums gilt die RGT-Regel nicht mehr |
| 2 · Schritte zählen | 35 °C − 15 °C = 20 °C = 2 Schritte zu je 10 °C | der Faktor gilt pro 10 °C |
| 3 · Gesamtfaktor | 2 · 2 = 2² = 4 | die Faktoren werden multipliziert, nicht addiert |
| 4 · Ergebnis | 6 mL/min · 4 = 24 mL/min | die Geschwindigkeit wächst mit dem Gesamtfaktor |
Der typische Fehler
„Kälte zerstört Enzyme genauso wie Hitze.“ Das liegt nahe, weil die Aktivität bei 0 °C wie bei 70 °C fast null ist. Die Ursachen sind aber verschieden. Bei Kälte bewegen sich die Teilchen nur langsam und treffen seltener aufeinander. Das Enzym bleibt aber intakt und arbeitet nach dem Aufwärmen wieder. Deshalb halten Lebensmittel im Kühlschrank länger. Hitze über dem Optimum zerstört dagegen die räumliche Form, und das Enzym bleibt auch nach dem Abkühlen meist unwirksam.
So prüfst du dein Ergebnis
Richtung prüfen. Unterhalb des Optimums muss die Geschwindigkeit mit der Temperatur steigen. Kommt bei höherer Temperatur weniger heraus, hast du geteilt statt multipliziert. Hochzahl prüfen: Sie ist die Zahl der 10-°C-Schritte. Bei 20 °C Unterschied ist sie 2, nicht 20.